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RÜCKBLICK 4. EGGENBURGER PFLEGETAG

„Aggression und Gewalt in unseren Gesundheitseinrichtungen“

Robert Vogler (akad.HCM, Pflegedirektor PSZW), Bürgermeister Georg Gilli, Bundesrätin Andrea Wagner, Dipl. KH-BW Peter Winkler, MBA (Kaufmännischer Direktor), Vizebürgermeisterin Susanne Satory, Assoc. Prof. Prim. Dr. Friedrich Riffer, Ärztlicher Direktor

Bereits zum vierten Mal fand der Eggenburger Pflegetag des Psychosomatischen Zentrums Waldviertel, Klinik Eggenburg, dieses Mal unter dem Motto „Stützen – Begleiten – Fördern“ am 16. Mai 2019 statt. Rund 170 Interessierte aus unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheitswesens, vornehmlich aus dem Bereich der Pflege, beschäftigten sich einen Tag mit der Frage: „Wie gehen wir mit Aggression und Gewalt von Patienten und Besuchern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen um?“

Der Ärztliche Direktor der Psychosomatisches Zentrum Eggenburg GmbH, Assoc. Prof. Prim. Dr. Friedrich Riffer begrüßte neben den zahlreich erschienenen Teilnehmern auch wieder viele Ehrengäste. Im Rahmen der Eröffnung des vierten Pflegetages überbrachte Bundesrätin Frau Andrea Wagner, eine Grußbotschaft von Landeshauptfrau Mikl-Leitner an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei betonte sie ganz besonders die Wichtigkeit der Aus,- Fort,- und Weiterbildung von allen im Gesundheitswesen tätigen Menschen. Durch das Tagesprogramm, das aus Fachvorträgen und einem Workshop bestand, führte der Pflegedirektor des PSZW und Organisator, Robert Vogler.

Das erste Impulsreferat beschäftigte sich mit dem Thema Deeskalationsmanagement, der Früherkennung und der Risikoeinschätzung von Krisensituationen und der richtigen Kommunikation in Krisenfällen. Mag. Wolfgang Schrenk, Direktor der Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege in Horn und Zwettl und Trainer für Aggressions-, Gewalt- und Deeskalationsmanagement verwies angesichts der Fallzahlen von aggressiven und gewaltsamen Vorkommnissen auf die große Bedeutung eines Deeskalationsmanagements und welche Faktoren es sind, die die Kommunikation in Krisensituationen gelingen lassen.

Wolfgang Egger, Stationsleiter in der Krankenanstalt Rudolfstiftung sowie Trainer für Aggressions- Gewalt- und Deeskalationsmanagement, zeigte im zweiten Fachvortrag Strategien und Verhaltensrichtlinien im Umgang mit Aggression auf.
Die Art und Weise wie Menschen auf die Aggressionen ihrer Mitmenschen reagieren bzw. mit der eigenen Gewalt- und Aggressionsbereitschaft umgehen, entscheidet unter anderem über die Sicherheit auf einer Station, in einem Bereich oder in einem Krankenhaus. Der Referent widmete sich darüber hinaus der Prävention von Aggressionsvorfällen, und präsentierte sehr anschaulich Strategien, um Gewaltereignissen effizient entgegen treten zu können.

Im Selbsterfahrungsworkshop zum Thema „präventive Selbstbehauptung“ gaben Thomas Hofko, Gruppeninspektor der Polizeiinspektion Horn und zwei seiner Kollegen, theoretische und praktische Inputs für die Selbstbehauptung gegenüber schwereren und kräftigeren Angreifern. Vor allem die praktischen Übungen verhalfen manchem Teilnehmer zu einem Mehr an Selbstvertrauen.

Der Nachmittag war ganz dem Thema „Traumatisiert im Job – was tun, wenn´s passiert ist? Primäre und sekundäre Traumatisierung im Pflegeberuf“, gewidmet.
Mag.a Dipl.-Psych. Andrea Schulten, Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin und Supervisorin präsentierte in ihrem Fachvortrag Strategien für Pflegepersonen, die schwierige, manchmal sogar traumatisierende Erlebnisse im Berufsalltag hatten.
Den meisten Menschen gelingt es, solche traumatisierenden Situationen nach einer gewissen Verarbeitungszeit gut zu bewältigen. Ob man in der Folge eine Traumafolgestörung entwickelt, hängt von Ereignis-, Situations-, Resilienz- und anderen Risikofaktoren ab. Die Referentin gab umfassende Hinweise und Tipps rund um das Thema „Traumatisierung im Pflege-Alltag.“

Am Ende der Veranstaltung konnte sich der Organisator Robert Vogler nicht nur über die hohe Qualität der Vorträge, sondern vor allem über das überaus große Interesse der Teilnehmenden freuen. Gleichzeitig kündigte er die Weiterführung dieser Veranstaltungsreihe an.